Landesfestumzug
20. September 2009
Der große Tag war gekommen – nach merklichen Anspannungen und zahlreicher organisatorischen Abstimmungen im Vorfeld – auf zu unserem großen Landesfestumzug nach Innsbruck.
Schon der Blick im Morgengrauen aus dem Fenster beruhigte unser Schützenherz – Die Veranstaltung wird bei besten Wetterbedingungen stattfinden.
Zeitig in der Früh mußten die Marketenderinnen und Schützen in die mit Stolz und Überzeugung getragene Zillertaler Tracht um pünktlich nach Innsbruck anzureisen.
Teils mit der Zillertalbahn und teils mit Bussen fand der Transport nach Jenbach statt und von dort war ein eigener Sonderzug nach Innsbruck organisiert.
Die Zillertaler Musikkameraden wurden direkt mit Bussen nach Innsbruck gefahren um nach dem Umzug sofort wieder die Instrumente versorgen zu können.
Mancher Fahrgast am Innsbrucker Hauptbahnhof dachte wohl an eine Invasion, als sich das Zillertaler „Schützenmeer“ über den Bahnhof zum Aufstellungsbereich unseres Regimentes bewegte.
Dem Aufruf unseres Regimentskommandaten waren an die 800 Schützen gefolgt und zusammen mit dem Kameraden der Zillertaler Musikkapellen kam unser Regiment auf eine Stärke von über 1.100 Teilnehmern.
Gemäß unseren Abmachungen über die Aufstellung des Schützenregimentes erfolgte in dem uns zugewiesenen Straßenzug eine probeweise Aufstellung der drei Bataillone.
Nach den nochmaligen Informationen und Anweisungen der drei Bataillonskommandaten verblieb den Schützen genügend Zeit um den Auftakt des Landesfestumzuges „an vorderster Front“ zu erleben.
Und so waren überall im Stadtgebiet Marketenderinnen und Schützen anzutreffen, welche sich einen geeigneten Standort suchten um die ersten Umzugsteilnehmer zu beobachten.
Man mußte Glück haben, wenn man einen guten Platz ergattern wollte und immer wieder wurde man von Leuten aus Nah und Fern angesprochen um Auskunft über unsere Herkunft und die Tracht zu geben.
Nach offiziellen Meldungen der Veranstalter waren über 70.000 Besucher nach Innsbruck gekommen um dieses Großereignis mitzuerleben.
Nach anfänglich pünktlichem Beginn war man schon geneigt zu glauben, daß die vorgegebenen Abmarschzeiten eingehalten werden können, jedoch geriet nach kurzer Zeit das „Protokoll“ wohl etwas aus den Fugen und es war dann klar, daß sich auch unsere Abmarschzeit nach hinten verschieben wird.
Dies war jedoch eine gute Gelegenheit, daß wir noch länger den Festumzug verfolgen konnten und man kam, ob der Vielfalt der Trachten und Formationen, aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Man konnte auch von außen spüren, daß die an uns vorbeiziehenden Teilnehmer mit Stolz und Heimatverbundenheit an diesem Landesfestumzug dabei sind.
Auch die mitgetragenen Transparente hatten ihren Platz und man hatte nicht den Eindruck, daß diese störend waren; sie waren einfach Ausdruck der Gefühle und Meinungen der Teilnehmer dieser Regionen.
Auch die vielfach heraufbeschworenen Störaktionen und dergleichen fanden nicht statt.
Von einigen wenigen wurde der Landesfestumzug im Vorfeld dazu benutzt (um nicht zu sagen „mißbraucht“) um Aufmerksamkeit zu erregen und uns Schützen bezüglich unserer Teilnahme zu verunsichern, ja sogar davon abzuhalten.
Dazu kann festgehalten werden, daß dies nicht gelungen ist und wenn statt der angekündigten 26.000 Umzugsteilnehmer tatsächlich 30.000 teilgenommen haben, dann ist dies der beste Beweis dafür.
Als es dann soweit war und die Aufstellung unserer Formationen erfolgte war sofort wieder die Anspannung unserer Marketenderinnen und Schützen zu spüren und man hatte das Gefühl jeder wollte sofort losmarschieren.
Auch unser Regimentskommandant und der Standartenträger ließen ihre Pferde umhertänzeln und man war schon gewillt, früher als in der Aufstellungsreihenfolge zugewiesen, in den Festumzug einzutreten, nachdem sich sehr zu unserem Ärgernis überaus große Abstände zwischen den einzelnen Blöcken auftaten.
Mit dem klingenden Spiel unserer Musikkapellen marschierten wir schließlich los Richtung Triumphpforte, dem Beginn des Festumzuges.
Schon sofort nach der Triumphpforte tat sich auf beiden Seiten ein Zuschauerspalier auf und man hatte das Gefühl von einer Welle der Begeisterung getragen zu werden.
Zurufe, Applaus und begeistertes Winken begleiteten uns entlang der Maria-Theresien-Straße – Altstadt am Goldenen Dachl vorbei – Herzog-Otto-Ufer – Congress in Richtung Hofburg.
„He schaut`s die Zillertaler kommen“, „ja, des hört ja nimmer auf“ und ähnliches war immer wieder zu vernehmen und auch sehr viele Zillertaler Besucher waren in Innsbruck anwesend.
Ein beeindruckendes Bild ergab sich als, wir auf den Tribünenbereich vor und vis à vis der Hofburg zumarschierten und an den Ehrengästen vorbeidefilierten. Die höchsten Repräsentanten von Staat, Land, Stadt und sonstiger öffentlichen Institutionen sowie die Landeskommandanten der Schützenbünde aus Tirol, Südtirol, Welschtirol und Bayern waren anwesend und nahmen das Defilee entgegen.
Es ging einem schon unter die Haut als wir an den Ehrengästen vorbeimarschierten und man mitbekam mit welch ungläubigem Staunen die Ehrengäste schauten, wie die nicht enden wollenden Zillertaler Reihen vom Congresshaus nachrückten.
Jeweils ein Musikblock (mit mehr als 100 Musikanten/Musikantinnen) marschierte den drei Bataillonen voraus.
Der Regimentskommandaten und der Standartenträger (hoch zu Roß) führten das Schützenregiment Zillertal an, danach folgte die Regimentsfahne mit den Begleitoffizieren.
Anschließend folgten die drei Bataillone, zuerst das Bataillon „Mittleres Zillertal“, angeführt vom Bataillonskommanten Hptm. Herbert Empl (das Bataillon führte ebenfalls die Kanone der Kp. Ried/Kaltenbach mit einem Pferdegespann mit), das Bataillon „Oberes Zillertal“, angeführt vom Bataillonskommanten Hptm. Fritz Sandhofer und das Bataillon „Vorderes Zillertal“, angeführt vom Bataillonskommandanten Hptm. Günther Schweinberger.
Nach den Bataillonskommandanten folgten jeweils die Bataillonsstandarten mit Begleitoffizieren, die Hauptmänner, die Marketenderinnen, die Trommler, die Pioniere und die Schützen.
Weiterführend über die Universitätsstraße endete schließlich der Landesfestumzug bei den Messehallen.
Aufgrund der Verzögerungen und der Verschiebung der Abmarschzeiten verblieb uns fast kaum noch Zeit die Verpflegung einzunehmen und es war Eile angesagt, daß man die Rückreise mittels Sonderzug nach Jenbach nicht verpaßte.
Von Jenbach erfolgte dann wieder die Rückreise in die einzelnen Gemeinden mittels Bus bzw. Zillertalbahn.
Trotz des großen Zeitaufwandes und des Umstandes, daß vielleicht so manche/r Marketenderin/Schütze wegen des Zeitdruckes zu keinem Essen kam, hat es keiner bereut an diesem denkwürdigen Ereignis teilgenommen zu haben und mit Stolz das Zillertaler Schützenwesen repräsentiert zu haben.
Großereignisse lassen sich nicht bis ins Detail genau planen und unvorhergesehene Protokolländerungen haben zu Verzögerungen geführt. Dafür hat man Verständnis und es muß an dieser Stelle auch einmal ein Lob an die Organisation dieses Landesfestumzuges ausgesprochen werden. Es läßt sich nur erahnen welche Planungsarbeiten und organisatorische Erledigungen hier im Hintergrund abgelaufen sind und wieviel Zeitaufwand dahintersteckt. Die Organisatoren sind im wahrsten Sinne auch „Helden“ dieses Landesfestumzuges.
Wir haben bleibende Eindrücke mit nach Hause genommen und wir Zillertaler Schützen sind auch wieder mit dabei wenn es heißt „Landesfestumzug 2034 – 225-Jahrfeier“.
Regimentskommandant Mjr. Hermann Huber möchte auch auf diesem Wege nochmals allen Marketenderinnen und Schützenkameraden einen herzlichen Dank für die Teilnahme und das disziplinierte Auftreten aussprechen.
Egal ob als Offizier, Fähnrich, Hauptmann, Marketenderin, Trommler, Pionier oder Schütze – JEDE/R hat dazu beigetragen, daß das Schützenregiment Zillertal in so imposanter Stärke aufmarschieren konnte und einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat.
Ein ganz besonderer Dank gilt auch unseren Zillertaler Musikkameraden für ihre Teilnahme in unseren Reihen.
Schützen Heil
Trojer Franz, Reg.Adj.




